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Vogalonga in Venedig – ein Abenteuer nimmt Fahrt auf

23. September 2026
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Im Dezember 2025 hörte Viviana während eines Trainings im Ruderkeller, dass noch Teilnehmerinnen für die Vogalonga in Venedig im Mai 2026 gesucht wurden. Spontan fragte sie Beni: „Ist das denn auch für Anfängerinnen möglich?“

Die Antwort war klar: Ja, das geht!

Damit war die Idee geboren – und schon bald waren drei weitere Frauen gefunden, die sich auf dieses Abenteuer einlassen wollten. Lucia war ohnehin mit dabei, Nadia stieß aus dem Mittwoch-Fitnesstraining dazu und als vierte Frau schloss sich die erfahrene Ruderin Oksana der Gruppe an.

So entstand eine bunt gemischte Crew aus erfahrenen Ruderinnen und absoluten Greenhorns. Beni übernahm das Steuern und machte es sich gleichzeitig zur Aufgabe, die Anfängerinnen bis zum Start fit fürs Abenteuer zu machen.

Nun begann die Vorbereitung. Neben dem regelmäßigen Ergometertraining am Freitag stand am Mittwoch das Fitnesstraining mit Stefanie in der Hubelmatt-Turnhalle auf dem Programm. Einmal pro Woche ging es zudem gemeinsam auf den See, um das Rudern im Boot zu üben und als Mannschaft zusammenzuwachsen.

Für die Anfängerinnen war vieles neu: die richtige Technik, das Zusammenspiel im Boot, der Rhythmus und natürlich auch die Frage, ob Kraft und Ausdauer für die lange Strecke in Venedig reichen würden. Schritt für Schritt wurden sie sicherer – und aus einzelnen Ruderinnen wurde immer mehr eine Crew.

Mit viel Training, Motivation und einer guten Portion Vorfreude rückte der Start in Venedig immer näher.

Doch bevor es so weit war, musste noch ein Teamname gefunden werden. Wir wollten in Venedig auffallen und leuchten. Außerdem wünschten wir uns eine eigene Fahne – und Beni überraschte uns mit gleich fünf Fahnen: eine für jede rudernde Nation in unserem Boot.

Der Name war schnell gefunden. Da wir Anfängerinnen beim Rudern des Öfteren mit rundem Rücken unterwegs waren und Beni uns deshalb neckte, wir sollten nicht wie eine „Tortue“ rudern, war die Entscheidung bald klar:

Luzern – Venezia

Tortue-Express 🐢

Und dann war es endlich so weit: Vogalonga 2026 – wir kommen!

Vogalonga – ein unvergesslicher Tag auf dem Wasser

In Venedig angekommen, war die Reise bereits ein voller Erfolg. Die Stimmung war hervorragend und überall herrschte grosse Vorfreude auf das bevorstehende Abenteuer. Dann ging es endlich los.

Das Einwassern allerdings war eine reine Katastrophe. Die Organisation war sehr schlecht, und man musste sich regelrecht durchkämpfen, um überhaupt ins Wasser zu gelangen.

Irgendwann waren auch diese Hürden überwunden und wir konnten uns auf die Strecke begeben. Dort erwarteten uns zunächst hohe Wellen. Den offiziellen Start hatten wir natürlich längst verpasst – doch schon bald spielte das keine Rolle mehr.

Unser Motto war von Anfang an: „Der Weg ist das Ziel.“ Genau so wollten wir die Vogalonga erleben: ohne Stress, dafür mit viel Freude, Teamgeist und dem Bewusstsein, dass allein die Teilnahme etwas Besonderes ist.

Auf dem Wasser herrschte eine einzigartige Atmosphäre. Es war wie eine riesige Fasnacht auf dem Wasser: Überall waren bunte Boote, verschiedenste Farben und Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern zu sehen. Drachenboote, Kanus, Gondeln, Stand-up-Paddles und natürlich unsere Ruderboote – alles, was ohne Motor unterwegs war, durfte teilnehmen. Mehr als 2’000 Boote bewegten sich durch Venedig und über den Canal Grande.

Dieses Erlebnis lässt sich kaum beschreiben. Es war laut, bunt, fröhlich und voller Energie. Besonders eindrücklich war die Fahrt durch den Canal Grande. Die Atmosphäre und der Applaus der Zuschauer waren überwältigend.

Auch für unsere Verpflegung hatten wir bestens vorgesorgt – vielleicht sogar ein bisschen zu gut. Wir hatten definitiv zu viel Proviant dabei! Besonders die Appenzeller Biberli erwiesen sich als wahre Energielieferanten und waren bei uns der absolute Renner. Den Geheimtipp hatten wir bereits vor der Reise erhalten. Die Biberli gaben uns immer wieder die nötige Energie für die nächsten Kilometer.

Nach rund 35 Kilometern erreichten wir schliesslich das Ziel. Unser Training hatte sich definitiv gelohnt: Wir waren zwar müde, aber keineswegs völlig erschöpft. Wahrscheinlich hätten wir sogar noch ein gutes Stück weiter rudern können.

Vor allem aber waren wir unglaublich stolz auf uns. Wir hatten es geschafft! 35 Kilometer durch Venedig, über den Canal Grande und gemeinsam als Team – das war ein Moment, den wir wohl noch lange in Erinnerung behalten werden. Unser Motto hatte sich einmal mehr bewahrheitet: Der Weg ist das Ziel.

Dann wartete bereits die nächste Herausforderung auf uns: das Auswassern.

Man sagt, dass man von einer Reise vor allem die guten Erinnerungen behalten soll. Und genau so ist es bei uns. Mittlerweile haben wir fast vergessen, wie schlecht die Organisation beim Auswassern war – sie war ungefähr genauso chaotisch wie beim Einwassern. Rund zwei Stunden dauerte es, bis wir endlich alle wieder aus dem Wasser waren.

Doch auch diese lange Wartezeit hatte etwas Gutes: Wir lernten Ruderer aus Frankreich und anderen Ländern kennen und kamen mit den unterschiedlichsten Persönlichkeiten ins Gespräch. Einige konnten sich beim Auswassern etwas besser durchsetzen als andere. Unser Team vom Seeclub hielt jedoch zusammen: Die drei Boote halfen sich gegenseitig, sodass schlussendlich alle sicher aus dem Wasser kamen.

An dieser Stelle möchten wir allen ein grosses Dankeschön aussprechen, die an der Organisation und Durchführung beteiligt waren. Auch innerhalb unseres Seeclubs hat die Zusammenarbeit hervorragend funktioniert. Alles hat bestens geklappt, und wir durften eine wunderbare gemeinsame Zeit erleben.

Insgesamt waren wir mit drei Booten und jeweils fünf Personen unterwegs – also 15 Ruderinnen und Ruderer – begleitet von unseren Organisatoren. Es war schön, diese Reise gemeinsam zu erleben, sich besser kennenzulernen und als Gruppe noch stärker zusammenzuwachsen.

Und weil ein solches Erlebnis Lust auf mehr macht, war für uns schnell klar: Das nächste Projekt wird bereits geplant. Wir haben beschlossen, auch bei der Bilac 2026 wieder dabei zu sein.

Die Vogalonga ist ein Erlebnis, das wir allen Ruderinnen und Ruderern nur empfehlen können. Trotz kleinerer organisatorischer Herausforderungen – oder vielleicht gerade deswegen – bleibt vor allem eines: die fantastische Erinnerung an einen einzigartigen Tag auf dem Wasser.

Und so geht es weiter:

Bilac 2026 – wir kommen!

Nadia, Oksana, Lucia und Viviana