
Eine kleine Gruppe Ruderinnen aus dem Seeclub Luzern trifft sich kurz nach 7 Uhr in der Früh beim See Club Zug. Neben unserem Begleiter, Chris, ist auch der Materialwart des SCZ anwesend, um uns beim anspruchsvollen Einwassern des 6-er-Bootes (fussgesteuert) zu unterstützen.
Bei wunderbarem Frühlingswetter erwartet uns eine ca. 29 Kilometer lange Genussfahrt via Walchwil – Chiemen – Immensee – Cham zurück nach Zug.
Chris ist nicht nur ein passionierter Ruderer und Biker, auch das Erzählen ist seine Leidenschaft. Die wunderschöne Strecke mit historischen und kulturellen Highlights gibt aber auch Einiges her! Wir erfahren unter anderem, dass in der sogenannten Katastrophenbucht ein Teil der Zuger Vorstadt vollständig versank und einige Babys gerettet werden konnten, weil sie in ihren Holzbetten auf dem Wasser schwammen. Dies sei auch der Grund, warum Chris als Bewohner der untersten Gasse am See ein Holzbett gekauft habe.
Vorbei geht’s an Oberwil mit ihrer vom Maler Ferdinand Gehr geschmückten Kirche. Bei Lottenbach, kurz vor Walchwil wird (nicht das letzte Mal) diskutiert, ob wir die Strecke nicht doch ein wenig abändern bzw. verlängern möchten. Wir bleiben dabei – ein Kilometer Überfahrt zur Halbinsel Chiemen und danach direkt zum Ruderclub Immensee.
Das Auswassern ist nicht ohne, doch das Boot passt grad just diagonal auf den Platz. In der neuen Badi nebenan spendiert Margit allen einen Kafi und Gipfeli.
Die absoluten Höhepunkte erwarten uns jedoch auf dem Rückweg. Ein grosser Teil des Ufers ist unverbaut und steht teilweise unter Naturschutz. Ein einmaliges Bergpanorama mit Rigi, Titlis, Stanserhorn, Pilatus und Berner Alpen präsentiert sich uns. Wir rudern am Schloss Buonas vorbei und kurz vor Hünenberg halten wir beim „Madönneli“ an, das den Winter über einen Schal trägt und während Corona mit einer Maske ausgestattet wurde. In Cham sehen wir den Villette-Park und das Schloss St. Andreas, das u.a. von Adelheid Page bewohnt wurde, der Frau des Direktors der „Milchsüüdi“ (später Nestlé).
Schlussendlich entscheiden wir uns doch noch, den Weg nach Zug leicht abzukürzen und schneiden die Chollerbucht und den Nacktbadestrand. Nach 27 Kilometern kommen wir rundum zufrieden im See Club Zug an. In der Badi nebenan können wir den kleinen Hunger mit einem feinen Flammkuchen stillen. Eigentlich schade, dass wir unsere Freude über die grossartige Ausfahrt nicht mit mehr Mitgliedern des SCL teilen konnten.
– Rita Blättler








